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FinanceScout24

Zürich, 18. Mai 2020

Zurück zur «Zinsnormalität»?

Nach dem markanten Anstieg der Hypothekarzinsen Mitte März hat sich die Lage am Zinsmarkt aus Konsumentensicht zwar wieder etwas entspannt, die Situation an den Hypothekarmärkten bleibt jedoch wenig berechenbar. Warum Eigenheimbesitzer mit der Ablösung ihrer Hypothek trotzdem nicht warten sollten, erklärt Hypothekarexperte Michael Bader von FinanceScout24.

Laut Michael Bader reagieren die Zinssätze noch immer empfindlich auf das Tagesgeschehen. «Die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus ist nicht leicht zu durchschauen, weil sich die verschiedenen Einflüsse des globalen Geschehens mit unterschiedlich langen Wirksamkeiten und teilweise gegenläufigen Einflüssen auf der nationalen Ebene überlagern oder aufheben können.» Ausserdem seien die Risiken für die Absicherung von Zahlungsausfällen deutlich angestiegen. «Es ist also zu früh, um von einer Rückkehr zur ‘Normalität’ auf dem Hypothekarmarkt zu sprechen, solange die mittel- und langfristigen Folgen der Coronakrise nicht wirklich absehbar sind», sagt der Hypothekarexperte.

Zinsentwicklung im April

Das Zinsniveau hat sich seit Beginn des Monats April im Vergleich zur Lage vor der Coronakrise wieder auf einem etwas niedrigeren Niveau eingependelt, ohne jedoch an die extremen Tiefstände von Anfang März 2020 oder August 2019 heranzureichen. So konnten Kundinnen und Kunden mit einem Top-Rating* bei FinanceScout24 Festhypotheken mit zehnjähriger Laufzeit Ende April bereits wieder ab 0.70 % p.a. (pro Jahr) erhalten, wobei sich das durchschnittliche Marktzinsniveau für diese Laufzeit je nach persönlicher Situation, Tragbarkeit und Belehnung zwischen 0.82 % und 0.99 % bewegte. Die publizierten Richtsätze der meisten Banken lagen mit 1.10 % bis 1.32 % zum Teil noch deutlich höher. Der Experte sieht die Gründe für diese Entspannung in den rasch umgesetzten Hilfsmassnahmen für die Wirtschaft und dem Greifen der bundesrätlichen Anordnungen, welches zu einer Senkung der bestätigten Coronavirus-Infektionen geführt hat: «Parallel dazu gab es eine stetige Entspannung bei den Hypothekarzinsen, sodass diese kontinuierlich nachgaben.» Wie empfindlich jedoch die Swapsätze noch immer auf die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen reagieren, zeigte sich eindrucksvoll am 20. April, als der Ölpreis kurzzeitig unter null fiel. Durch das nahezu vollständige Grounding im Flugverkehr und den geringeren privaten Reiseverkehr sank der Bedarf an Öl erheblich, weswegen es trotz reduzierter Ölfördermengen zu einem Engpass bei der Lagerkapazität von Erdöl und Erdölprodukten kam. Die Lagerkosten stiegen derart stark, dass die Ölproduzenten für die Abnahme ihres Öls bezahlten. Die Folge davon war wiederum, dass der Druck auf die durch die Kursverluste der Obligationen ohnehin schon seit Wochen stark ins Wanken geratene Ölindustrie noch grösser wurde und sich das Kreditausfallrisiko bei den Fracking-Unternehmen wieder erhöhte. «Der Markt reagierte sofort darauf und liess die Zinsen ab dem 20. April für einige Tage wieder merklich ansteigen», so Michael Bader. Als der Bundesrat am 27. April jedoch unerwartet entschied, die Lockerungen in vielen Bereichen bereits ab dem 11. Mai zu vollziehen, fiel die Antwort der Zinsmärkte sehr freundlich aus, sodass sich der Swapsatz für zehnjährige Festhypotheken am 30. April auf einem Stand von -0.35 % einpendelte – also auf rund 20 Basispunkten weniger als Ende März. Auf dieser Höhe haben sich die Swapsätze während der gesamten ersten Maihälfte halten können.

Der Ausblick: Zinsfahrt ins Ungewisse

Wohin sich die Zinsen in den kommenden Wochen und Monaten bewegen, beschäftigt derzeit vor allem Eigenheimbesitzer, bei denen in den nächsten Monaten die Verlängerung der Hypothek ansteht. Hier sieht der Experte im langjährigen Vergleich noch immer sehr gute Konditionen. Der Swiss Real Estate Offer Index, welcher von ImmoScout24 und dem Immobilien-Beratungsunternehmen IAZI AG monatlich erhoben wird, zeigt für den Zeitraum April, dass Wohneigentum aus Konsumentensicht grundsätzlich noch immer stark nachgefragt ist (vgl. dazu die Mitteilung von ImmoScout24 und IAZI AG vom 4. Mai 2020). Jan Hinrichs, Managing Director von FinanceScout24, ergänzt: «Wir stellen bei FinanceScout24 eine ungebrochen hohe Nachfrage nach Finanzierungslösungen für Neueigentum und Ablösungen fest, wobei sich die Kundinnen und Kunden tendenziell mehr Zeit für den Entscheid lassen.» Die Meinung von Optimisten, nach der sich der langfristige Trend zu tiefen Zinsen bald wieder verstärkt bemerkbar machen wird und man daher besser mit der Verlängerung warten sollte, ist nach Einschätzung von Hypothekarexperte Michael Bader jedoch eine riskante Annahme. Manch einer hatte sich Mitte des letzten Jahres bei derselben Fragestellung verspekuliert und viel Geld verloren, als die Hypothekarzinsen nach dem unerwarteten Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Leitzins nicht weiter zu senken, um bis zu 60 Basispunkte anstiegen. Laut Bader ist es leichtfertig, davon zu sprechen, dass wir im Herbst wieder einen ‘paradiesischen’ Zustand bei den Hypothekarzinsen erreichen. Der Experte rät deshalb Eigentümern, die aktuelle Zinssituation zu nutzen und von den günstigen Konditionen zu profitieren. So kann beispielsweise FinanceScout24 aktuell siebenjährige Festhypotheken erneut ab 0.57 %** p.a. (pro Jahr) und zehnjährige sogar ab 0.65 %** p.a. anbieten. «Wie lange diese Schönwetter-Zwischenphase am Zinsmarkt bestehen bleibt, ist jedoch unklar», sagt Michael Bader.

Weitere wissenswerte Informationen rund um Hypotheken gibt Michael Bader auch im Interview auf
https://www.financescout24.ch/de/hypothek/hypothek-abloesen-pruefen.

Hier findet sich die Mitteilung von ImmoScout24 und IAZI AG zum Swiss Real Estate Offer Index von April 2020.
https://scout24.ch/de/medien/medienmitteilungen/preisdynamik-von-mieten-und-wohneigentum-verlangsamt-sich/

* Objekt Einfamilienhaus in gutem Zustand und an guter Lage, Belehnung im Rahmen 1. Hypothek, Tragbarkeit max. 25 %, solide Einkommens- und Vermögenssituation.

**Die angegebenen Zinssätze gelten tagesaktuell per 15. Mai 2020 und können je nach Objekt, Höhe der Belehnung, Auszahlungsdatum, Tragbarkeit und finanzieller und persönlicher Situation der Kreditnehmenden deutlich variieren.

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