ImmoScout24

Flamatt, 17. Dezember 2020

Trotz Corona: Mietwohnungen in städtischen Gemeinden werden beliebter

Das Interesse an Mietwohnungen in Städten ist seit April angestiegen. Käuferinnen und Käufer setzen hingegen vermehrt auf ländliche Standorte. Das zeigt eine Auswertung der Immobilienplattform ImmoScout24.

Am häufigsten wird auch während der Corona-Pandemie nach Mietobjekten in städtischen Gemeinden, wie etwa im Raum Zürich, Bern, Basel oder Genf, gesucht. Dieser Anteil ist seit April 2020 gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gewachsen. Gleichzeitig gingen die Anfragen für mittlere und kleine Agglomerationen im Verhältnis zurück. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von ImmoScout24, bei der die Suchanfragen ab April 2020 mit dem Vorjahreszeitraum verglichen und den unterschiedlichen Gemeindetypologien zugeordnet wurden.

«Lange nicht alle Menschen können von zuhause arbeiten. Die Nähe zum Arbeitsort ist für diese Bevölkerungsgruppe nach wie vor sehr wichtig», sagt Martin Waeber, Managing Director von ImmoScout24. Anstatt dicht gedrängt in öffentlichen Verkehrsmitteln zu pendeln, kann der Arbeitsweg so unter Umständen zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Seit der Pandemie sind die Seitenbesuche auf ImmoScout24 deutlich angestiegen. Im November lag der Wert mit über 7,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern rund 30 Prozent über Vorjahreslevel. Wer häufiger zuhause ist, legt mehr Wert auf das Thema Wohnen.  «Die Lage und die Infrastruktur, wie beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten, sind wichtige Faktoren und wesentliche Kriterien bei der Immobiliensuche», erklärt Waeber. «Das dürfte mit ein Grund sein, weshalb Zentrumsgemeinden und dicht besiedelte, periurbane Standorte bei Mieterinnen und Mietern beliebter werden», so der Experte.

Eigentümer zieht es aufs Land

Anders sehen die Anfragen von Kaufinteressierten aus: Hier liegen eher mittlere und kleinere Agglomerationen im Fokus der Suchenden. Rund um die grössten Schweizer Städte wird im Vergleich zum Vorjahr über 4 Prozent weniger oft nach Immobilien Ausschau gehalten. Der grösste Anstieg ist vor allem in ländlichen Gemeinden zu verzeichnen.

«Wir stellen zudem fest, dass potenzielle Käuferinnen und Käufer mehr Flexibilität zeigen, was den Standort angeht», erklärt Waeber. So falle auf, dass diese öfter in einem ganzen Kanton oder in einem grösseren Umkreis nach den geeigneten vier Wänden suchten. «Neben dem Bedürfnis nach mehr Wohnraum und mehr Umschwung ist sicher die Preisentwicklung ein wichtiger Treiber für die Verlagerung», sagt Waeber. Über das letzte Jahr seien die inserierten Preise für Eigentumswohnungen um durchschnittlich 4,4 Prozent gestiegen – für Einfamilienhäuser sogar um 6,7 Prozent. «Wer sich den Traum vom eigenen Heim erfüllen will, ist deshalb häufig gezwungen, aufs Land auszuweichen.» Doch auch Entwicklungen aufgrund der Corona-Pandemie, wie etwa die Verbreitung von Homeoffice, würden das Interesse an weniger zentral gelegenen Gemeinden begünstigen.

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