ImmoScout24

Flamatt, 13. Oktober 2020

Schweizer wollen grössere Wohnungen

Der Anteil an Suchanfragen für 1-Zimmerwohnungen ist im Vergleich zum Vorjahr um über 18 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig klettert die 4.5-Zimmerwohnung auf Platz zwei der beliebtesten Wohnungsgrössen, wie eine Auswertung von ImmoScout24 zeigt.

Während das Interesse an kleineren Wohnungen sinkt, verzeichnen grössere Wohnungskategorien einen proportional höheren Zuwachs an Suchanfragen. Das ergibt eine Analyse der Immobilienplattform ImmoScout24, bei der die Sucheingaben der vergangenen Monate mit den Daten von 2019 verglichen wurden.

 «Wir stellen eine eindeutige Interessenverschiebung hin zu grösseren Objekten fest», erklärt Martin Waeber, Managing Director von ImmoScout24. «Seit April ist der Anteil der Anfragen für 1, 1.5 und 2 Zimmer deutlich gesunken. Bei den 1-Zimmerwohnungen ist der Rückgang mit 18.2 Prozent am eindrücklichsten und zeigt exemplarisch wie wichtig Wohnen geworden ist», so der Immobilienexperte. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Suchanfragen der übrigen Kategorien wider. So ist der Anteil für 3.5-Zimmerwohnungen um 4 Prozent gestiegen, für 5.5-Zimmerwohnungen sogar um 14.7 Prozent. Die grösste Zunahme ist bei den Wohnungen ab 6 Zimmer zu verzeichnen. Sie werden über 29 Prozent öfter gesucht, als im Vergleichszeitraum 2019.

Bei den Suchenden am beliebtesten sind weiterhin 3.5-Zimmerwohnungen. 17.7 Prozent der Suchanfragen fallen auf diese Kategorie. Auf dem zweiten Platz folgt neu die 4.5-Zimmmerwohnung und verdrängt die 3-Zimmerwohnung auf Platz drei.

Eine Folge der Krise

Den Grund für diese Entwicklung sieht Waeber hauptsächlich in den Folgen der Coronakrise. Zwar sehe man schon seit Anfang Jahr eine leichte Tendenz, dass das Interesse an grösseren Wohnungen zunehme. «Seit dem Lockdown ist die Verschiebung jedoch extrem und hält an», sagt Waeber. Die Menschen verbrächten mehr Zeit zuhause und legten offenbar mehr Wert darauf, wie sie wohnten. Hinzu komme, dass Homeoffice seit der Krise populärer geworden sei. «Wer vermehrt zuhause arbeitet, möchte auch entsprechend eingerichtet sein, was oftmals mehr Platz erfordert», erklärt der Experte.

Wer sparen will, zieht aufs Land

Gerade an zentralen Standorten sind die Preise in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wer sich die grössere Wohnung im Zentrum nicht leisten kann, sollte sich in Vororten oder ländlicheren Gebieten umsehen. «Flexible Arbeitsformen gewinnen an Relevanz. Dies ist ein grosser Vorteil für die Wohnungssuche. Denn gerade in Agglomerationen sind die Mietpreise oft erschwinglicher als im Zentrum», erklärt Waeber. Für Menschen, die also vermehrt auch von zuhause arbeiten, könnte so der Traum von mehr Platz auch mit kleinerem Budget in Erfüllung gehen.

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