AutoScout24

Flamatt, 28. Januar 2021

Fahrzeuge in Appenzell Ausserrhoden am günstigsten

Was kostet die Schweiz? Die Analyse der Daten von Auto- und MotoScout24 zeigt, wo die Angebote im Jahr 2020 am günstigsten und wo sie am teuersten waren. Die günstigsten Angebote gab es sowohl bei den Neuwagen als auch bei den Gebrauchtwagen im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Die teuersten Angebote für Neuwagen gab es im Kanton Zug, bei den Gebrauchtwagen war es der Kanton Appenzell Innerrhoden. Motorräder hingegen wurden im Kanton Nidwalden zu den tiefsten Preisen angeboten, im Nachbarkanton Uri zu den höchsten.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden waren im vergangenen Jahr die inserierten Fahrzeuge mit Abstand am günstigsten. Sie kosteten im Schnitt 32’686 Franken und damit fast 10’000 Franken weniger als im Kanton Zug am anderen Ende der Skala. Ebenfalls deutlich günstiger im Angebot waren die Fahrzeuge in den Kantonen Basel-Stadt (36’611 Franken) und Nidwalden (36’877 Franken). Mit knapp 42’000 Franken waren die Angebote im Kanton Zug am teuersten, dicht gefolgt von den Kantonen Glarus und Uri. Die angebotenen Neuwagen wurden auch dort im Durchschnitt für über 41’000 Franken angeboten.

Modellmix entscheidend für Durchschnittspreis bei Neuwagen

Woher rühren diese Unterschiede bei den am häufigsten angebotenen Fahrzeugen? Pierre Alain Regali, Managing Director bei AutoScout24 Schweiz: «Es sind drei Gründe: Erstens sind diese Unterschiede auf die Breite des Angebots zurückzuführen, zweitens auf die Technologie – also welcher Antrieb und welche Ausstattung – und drittens auf die Grösse der inserierten Fahrzeuge.» Der Fokus im Angebot in Appenzell Ausserrhoden liegt auf den Klein- und Kompaktwagen. Im Kanton Zug hingegen war die gesamte Palette im Angebot und damit auch die ganze Bandbreite an SUVs, welche in der Regel teurer sind und über bessere Ausstattungen verfügen als die Klein- und Kompaktwagen. 

Die beiden Appenzell bei Gebrauchtwagen am günstigsten und am teuersten

Bei den am häufigsten angebotenen Gebrauchtwagen (bis sechs Jahre) könnten sich die beiden Halbkantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden nicht stärker unterscheiden. Im Schnitt die günstigsten Angebote fand man im Kanton Appenzell Ausserrhoden (19’141). Gleich daneben – im Kanton Appenzell Innerrhoden (28’905) – lagen die Angebote im Schnitt rund 9’000 Franken höher. Bei den günstigsten Kantonen schafften es neben Appenzell Ausserrhoden die Kantone Solothurn (22’003) und Freiburg (22’006) aufs Treppchen. Bei den teuersten folgten auf Appenzell Innerrhoden die Kantone Zug (27’559) und Schaffhausen (26’831).

Einfaches Prinzip: Je mehr Kilometer, desto günstiger

Die in Appenzell Innerrhoden angebotenen Occasionsfahrzeuge waren die teuersten, aber sie waren mit im Schnitt 53’500 gefahrenen Kilometern auch mit Abstand am wenigsten auf den Strassen unterwegs. Zudem waren sie – wie auch in den Kantonen Zug und Schaffhausen – im Schnitt vier Jahre alt und damit etwas jünger als die günstigeren Gebrauchtwagen.

Ein vertiefter Blick in die Auswertung zeigt: Aussergewöhnlich oft waren die angebotenen Modelle im Kanton Appenzell Innerrhoden lediglich ein bis zwei Jahre gefahren und hatten in diesen Fällen meist deutlich unter 50’000 Kilometer auf dem Tacho, was den Gesamtschnitt merklich nach unten drückte. Gemäss Pierre Alain Regali, ist Appenzell Innerrhoden hier ein Sonderfall: «Was unsere Analyse hier zeigt, hängt mit der relativ hohen Zahl an zugelassenen Mietwagen in Appenzell Innerrhoden zusammen. Mietwagen werden in der Regel nach dieser Zeit durch neue Fahrzeuge ersetzt und auf dem Occasionsmarkt verkauft. Das zeigt sich dann auch in der Statistik.»

Im Gegensatz dazu die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Solothurn und Freiburg: Da wurden die Gebrauchtwagen im Mittel am günstigsten angeboten, hatten jedoch im Schnitt auch über 90’000 Kilometer absolviert und waren durchschnittlich fünf Jahre alt. In der Tendenz haben Kleinwagen weniger Kilometer auf dem Tacho, wenn sie auf den Occasionsmarkt kommen als die grösseren Modelle. 

Motorräder: Günstiges Nidwalden neben teurem Uri

Die günstigsten Angebote gab es im Kanton Nidwalden*. Dort waren die Angebote für ein Motorrad aus den fünfzehn beliebtesten Modellen für rund 9’000 Franken zu haben. Im Schnitt am teuersten wurden die Maschinen im Urnerland angeboten – für fast 16’000 Franken, also fast doppelt so teuer wie in unmittelbarer Nachbarschaft im Kanton Nidwalden. Allerdings unterschieden sich die Angebote  auch deutlich voneinander: Während in Nidwalden auch günstigere Modelle offeriert wurden, trieben im Urnerland die Harley Davidson Softtails und eine BMW aus der S-Serie die Preise in die Höhe. Roller waren weder im teuersten noch im günstigsten Kanton im Angebot. Im Mittelland hingegen waren die Vespas von Piaggio gefragt. Sie wurden vor allem in dichter besiedelten Gegenden angeboten. Von Bern über Luzern, Aargau, Zürich, St. Gallen und den Thurgau, in der Nordwestschweiz in den beiden Basel sowie auch in der Westschweiz im Kanton Genf und in der Waadt waren die Roller in den vorderen Rängen vertreten. Mit Abstand am grössten war das Angebot im Kanton Zürich, wo mehr als die Hälfte aller Vespas eine Käuferin oder einen Käufer suchten.  

* Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wurde im untersuchten Zeitraum ein einzelnes Motorrad der schweizweit 15 beliebtesten Modelle inseriert. Dies zum Preis von 2900 Franken. Entsprechend haben wir dies in der Grafik zwar aufgeführt, in der Analyse jedoch ausgeschlossen. 

 

Datengrundlage: 

Untersucht wurden für die Analyse die Daten vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Selektioniert wurden die jeweils fünfzehn am häufigsten inserierten Modelle - sowohl bei Neuwagen (14’976 Fahrzeuge), als auch bei Occasionsfahrzeugen (78’029 Fahrzeuge) - jeweils Fahrzeugtyp Personenwagen. Bei den Occasionsfahrzeugen wurden bis sechs Jahre alte Modelle berücksichtigt. Bei den fünfzehn am häufigsten angebotenen Motorrädern (11’082 Fahrzeuge) wurden die neuen und die gebrauchten Fahrzeuge nicht separat analysiert.

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