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Interview mit Simone Barthlomé, HR Director

 

Wie würdest du das Arbeitsumfeld bei Scout24 beschreiben?

Bei uns arbeiten hochspezialisierte Experten, die über ein enormes Mass an Wissen verfügen. Gleichzeitig müssen wir aber auch agil sein, damit wir der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sind. Wichtig ist es für uns die neuesten Trends zu verfolgen und uns konstant am Puls des Marktes bewegen, um uns neue Möglichkeiten zu erschliessen.

Diese Mischung aus Kompetenz, hoher Eigenmotivation und ehrgeiziger Neugierde bedeutet, dass aussergewöhnliches Talent bei Scout24 Schweiz AG nicht nur eine Voraussetzung ist, sondern schnell erkannt und gefördert wird.

Bei Scout24 glauben wir an die persönliche Verantwortung unserer Mitarbeiter, die sich in der ihnen gewährten Autonomie sowie Handlungsspielraum ausdrückt. Daraus resultieren hervorragende Ergebnisse, welche für alle sichtbar sind - wir wissen, dass unsere Mitarbeiter eine ausgezeichnete Arbeit leisten.

Wir legen zudem grossen Wert auf eine gute Work-Life-Balance und ermöglichen das Arbeiten im Home-Office oder in flexiblen Arbeitszeitmodellen. Insbesondere unterstützen wir eine gesunde Ernährung und bieten Sportmöglichkeiten. Das ist uns sehr wichtig, da wir in einem sehr dynamischen und innovativen Geschäftsumfeld tätig sind welches von jedem Einzelnen viel Flexibilität fordert.

 

Eure Kernwerte sind "Selbstverantwortung", "Individualität", "Integrität" und "Teamarbeit" 
- wie spiegeln sich diese Werte im Arbeitsalltag von Scout24 wider?

Zunächst einmal beziehen wir unsere Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse ein. Zudem arbeiten wir in unserer Product- und IT Entwicklung nach agilen Teamarbeitsprinzipien. Dies ermöglicht selbstorganisierte, handlungsfähige Teams, welche viel Eigenverantwortung übernehmen und als Kollektiv ihre Ziele erreichen. So können wir schnell und flexibel auf neue Entwicklungen und sich ändernde Anforderungen reagieren.

Alles in allem würde ich sagen, dass unser Grundethos darin besteht, nicht-hierarchische Einheiten zu entwickeln, einander Vertrauen entgegen zu bringen, Erfolge zu feiern und die individuelle Vielfalt zu fördern.

Wir legen grossen Wert darauf, den Kandidaten während des Bewerbungsprozesses unsere Arbeitskultur und unsere Werte transparent und ehrlich darzustellen. Aus unserer Sicht ist die kulturelle Affinität einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Rekrutierung und eine langfristige, motivierende Zusammenarbeit.

Ein gutes praktisches Beispiel dafür, wie unsere Mitarbeiter an wichtigen Entscheidungen beteiligt sind, das auch unsere Kernwerte perfekt widerspiegelt, ist das, was wir "Teamkafi" (Teamkaffee) nennen. Hier werden potenzielle Bewerber zu einem Kaffee mit ihren möglichen zukünftigen Teammitgliedern eingeladen. Dies ermöglicht den Kandidaten wie auch den Teammitgliedern einen offenen Austausch und hilft beiden Seiten zu spüren, wie das Gegenüber tickt. Anschliessend geben die Teammitglieder ihr ehrliches Feedback darüber, ob die Person ihrer Meinung nach gut passt oder nicht.

 

Inwieweit spielt Vertrauen in der Arbeitskultur von Scout24 eine Rolle?

Ich würde sagen, dass es sich vor allem auf 4 verschiedene Arten manifestiert. Wir haben:

  • Flache Hierarchien
  • Agile, selbstorganisierte Teams
  • Unabhängigkeit bei der Entscheidungsfindung und
  • Vertrauen in die Stärken jedes Einzelnen

Vertrauen ist insbesondere in dieser starken Wachstumsphase bei Scout24 entscheidend, um die Zukunft positiv zu gestalten.

 

Mit welchen Kennzahlen bewertest Du die Arbeitskultur von Scout24?

Information, Teamgeist, Vertrauen, Fairness und natürlich etwas, was Scout24 wirklich wichtig ist, Lohngleichheit zwischen Geschlechtern.

 

Was sind für Dich die grössten Herausforderungen bei der Optimierung dieser verschiedenen Variablen?

Eine tolle, berechtigte Frage!

Die Scout24 Schweiz AG befindet sich in einem spürbaren Wandel und baut ihre kundenorientierten Dienstleistungen aus. Das bedeutet, dass in Zukunft auch andere Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen erforderlich sein und neue Funktionen entstehen werden. Als Arbeitgeber haben wir die Verantwortung, die Fähigkeiten und Qualifikationen unserer Mitarbeiter in die neue Richtung zu entwickeln. Dies bedeutet auch, sie auf ihrem Weg der Veränderung und Unternehmenstransformation eng zu begleiten. Dies ist mitunter ein Grund, dass sich unser Unternehmen am Swiss Digital Day im September dem Versprechen zur Unterstützung des lebenslangen Lernens #Lifelonglearningpledge angeschlossen hat.

Veränderung und ein Verlassen der Komfortzone ist immer herausfordernd. Dies erfordert Mut, transparente Kommunikation, positive Denkweisen und vor allem Offenheit für Neues.

 

Ihr habt an der Great Place to Work Mitarbeiterbefragung 2016 und 2018 teilgenommen und seid zertifiziert und ausgezeichnet worden. Welche Massnahmen wurden auf der Grundlage der Ergebnisse umgesetzt?

Wir haben nicht nur die Häufigkeit, sondern auch den inhaltlichen Standard unserer internen Kommunikation verbessert. Das ist entscheidend, um als Organisation transparent zu bleiben und ein noch höheres Mass an Vertrauen zu erreichen. Die Häufigkeit, mit der sich unser Kernmanagement und die C-Ebene treffen, ist bemerkenswert hoch, ebenso wie die Exposition aller Führungskräfte gegenüber der gesamten Belegschaft. Dies geschieht durch Town Halls, Sounding Boards und ein gemütliches monatliches Apéro sowie durch eine Vielzahl von einfachen Kanälen, wie Slack, Digital Signage in unseren Büros und ein Intranet, das den Wissensaustausch über eine Vielzahl von Blogs unterstützt.

 

Im nationalen Vergleich belegtet Ihr sowohl 2016 als auch 2018 den dritten Platz unter den besten Arbeitgebern der Schweiz. Welche Auswirkungen hat die Zertifizierung auf Euer Recruiting?

Lass mich das in zwei Teilen beantworten. Erstens ist der Arbeitsmarkt in den MINT-Berufen ausgetrocknet, und es gibt einen Kampf um Talente. Die Zertifizierung ist ein klares Signal für potenzielle neue Scouties und hilft uns, uns von unseren Wettbewerbern zu differenzieren.

Zweitens bedeutet ein gutes Ranking unter den besten Arbeitgebern der Schweiz auch, dass die Kandidaten es oft bei der Bewerbung um eine Stelle mitberücksichtigen. Kurz gesagt, es vermittelt potenziellen Mitarbeitern ein sehr klares Signal über die Art der Zusammenarbeit und für welche Werte wir stehen.

Kandidaten sagen uns zudem oft während des Einstellungsprozesses, dass ihnen die Tatsache gefällt, dass die überwiegende Mehrheit der Scouties stolz darauf ist, hier zu arbeiten. Dies verschafft uns ein Alleinstellungsmerkmal und ist in Fällen, in denen ein Kandidat noch eine andere Anstellungsmöglichkeit hat, häufig einer der entscheidenden Faktoren.

 

Wie zeigt sich die Work-Life-Balance Eurer Mitarbeiter in Eurer Arbeitskultur?

Auffallend ist, dass alle auf unsere gemeinsamen Erfolge stolz sind. Wir feiern unsere bemerkenswerten Leistungen gemeinsam, treffen uns monatlich beim ungezwungenen Apéro, bei Sportveranstaltungen sowie anlässlich diverser Sozial- und Freizeitaktivitäten in Flamatt und Zürich. Wie schon eingangs erwähnt, die Mehrheit der Mitarbeiter kann sich ihre Arbeitszeiten flexibel und auch im Home-Office gestalten.

 

Was ist Deine grösste Lernerfahrung, wie Du die Entwicklung der Arbeitskultur beurteilen kannst?

Meine Erfahrung zeigt, dass Verbesserungen der Arbeitskultur sichtbar und greifbar sein sollten. Eine Kultur entwickelt sich nicht über Nacht und kann nicht erzwungen werden. Man muss die Mitarbeiter einbeziehen, sich Zeit für Gespräche nehmen, gut zuhören und den Puls fühlen. Die Mitarbeitenden müssen wissen, wohin die Reise geht und beispielsweise die Meilensteine von Veränderungen kennen. Anforderungen müssen klar kommuniziert, Botschaften von Anfang an verstanden und kontinuierlich darüber informiert werden.

Man muss Gesagtes unbedingt vorleben, ein positives Vorbild sein und vor allem wirklich glauben, dass man Ziele erreichen wird, auch wenn vielleicht vorrübergehend stürmische Zeiten herrschen.

Und noch ein letzter Punkt zum Schluss: Scout24 wird von Aussenstehenden manchmal etwas unterschätzt. Eine mögliche Wahrnehmung ist, dass es sich nur um eine "Online-Plattform" handelt. Scout24 ist jedoch ein ambitioniertes, agiles Kraftpaket für digitales Wissen, das die meisten Entwicklungen mit hervorragendem Knowhow im eigenen Haus durchführt und über ein enormes Zukunftspotenzial verfügt.

 

Du bist erst vor einigen Monaten zu Scout24 gekommen. Was sind die Verbesserungen, die Du als nächstes angehen willst?

Zunächst einmal möchte ich, dass wir ein stärkeres Employer Branding entwickeln, und wir haben bereits damit begonnen, daran zu arbeiten, indem wir eine neue Positionierung der Arbeitgebermarke identifiziert haben. Taktisch müssen wir in Fachgremien, Messen und Netzwerken präsent sein und mehr Inhalte in Social Media produzieren, um zu zeigen, wofür Scout24 steht. Dies wird entscheidend sein, um das Engagement der Mitarbeiter und die Popularität von Scout auf dem Markt zu erhöhen.

Ausserdem müssen wir unseren Führungskräften helfen, standort- und geschäftsbereichsübergreifend zu denken und zu arbeiten, einschliesslich unserer lokalen Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Das Arbeiten aus der Ferne stellt neue Herausforderungen an die Führungskräfte und erfordert eine bessere Nutzung der vorhandenen Instrumente und auch eine angepasste Art der Kommunikation

Am Ende des Tages ist es wichtig über den Tellerrand hinaus zu schauen und neugierig zu bleiben. Wir alle müssen uns ständig herausfordern, kritisch, aber auch lösungsorientiert und offen dafür sein voneinander zu lernen.